24.01.2012
afa-Geschäftsführer ins Amt eingeführt
NÜRNBERG - Diakon Klaus Hubert lässt bei der Einführung in sein Amt in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche keinen Zweifel aufkommen wo er steht: "Es ist unheimlich schmerzvoll, dass die ungeteilte Menschenwürde in unserem Land in vielen Bereichen ausgesetzt wird." Als Beispiel nennt er die zu geringen Hartz-IV-Regelsätze. Als Geschäftsführer einer politischen und lebensgestaltenden Solidargemeinschaft innerhalb der Evangelischen Kirche tritt er ein für Gerechtigkeit.
Dazu zählt für Hubert der unabdingbare Einsatz für gerechte, bezahlbare soziale Sicherungssysteme und der Einsatz für die Sozialstaatlichkeit. Diese schließt die paritätische Finanzierung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein. Lohndumping müsse in allen Branchen verhindert werden, "vor allem im Sozial- und Gesundheitswesen. Daher unterstützen wir als afa die Forderung der Gewerkschaft nach einem einheitlichen Branchentarif." Hubert kritisiert stellvertretend für die evangelische Aktiongemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) den kirchlichen Sonderweg des Dritten Wegs. Aufgrund des Eintretens der afa für gleichberechtigte Mitbestimmung wird die Forderung nach Tarifverträgen erhoben.
Dr. Peter Seißer, Vizepräsident der bayerischen Landessynode und Mitglied der Synode der EKD, sagt zur strittigen Frage der Arbeitsrechtssetzung bei Kirche und Diakonie: "Der Dritte Weg zählt nicht zu den Bekenntnisschriften der Kirche." Er fordert deshalb einen offenen Dialog.
Weitere Grußworte wurden überbracht von Brigitte Wellhöfer als Vertreterin der Stadt Nürnberg, vom Landesvorsitzenden Edgar Schiedermeier für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, der Leiterin der Schwestern- und Bruderschaft der Diakonie Neuendettelsau Schwester Roswitha Buff, dem Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Diakonen-, Diakoninnen und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland Diakon Christian Klein. Unter den Gästen waren Mitglieder der Landessynode, Vertreter der Gewerkschaften und der Mission EineWelt sowie weiterer Verbände.
Klaus Hubert hat am 1. September 2011 seinen Dienst als afa-Landesgeschäftsführer angetreten. Die vielfältige und arbeitnehmerorientierte Bildungsarbeit der afa wird bayernweit in 30 Kreisen in Zusammenarbeit mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt angeboten.
Im Jahr 2013 feiert die afa ihr 60jähriges Gründungsjubiläuum.
Pressespiegel
Nürnberger Nachrichten v. 21.1.2012 (mit Kommentaren)





