Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
18.05.2012

Regionalstelle Schweinfurt

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Nachrichten

Mittwoch, 16. Mai 2012

Zum Tode von Roland Steuerwald

SCHWEINFURT - Mehrere Hundert Trauergäste nahmen gestern Abschied vom ehemaligen Sozialsekretär Roland Steuerwald, der am 8. Mai im Alter von 73 Jahren gestorben ist. Pfarrer und kda-Mitarbeiter Friedemann Preu bezeichnete den Verstorbenen als einen "Arbeiter im Weinberg des Herrn. Er hat das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg wörtlich genommen und sein Aufgabenfeld in der Arbeitswelt gesucht. Dort hat er sich für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensverhältnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingesetzt. Wie kaum ein anderer Mensch wurde er von zwei Traditionen gleichermaßen angetrieben. Der Arbeiterbewegung und der christlichen Sozialethik."
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Freitag, 11. Mai 2012

Sozialsekretär Roland Steuerwald im Alter von 73 Jahren gestorben

SCHWEINFURT / NÜRNBERG - Roland Steuerwald war der christlichen Arbeitnehmerbewegung auf das Engste verbunden. Er engagierte sich in der Kommunalpolitik sowie in vielen sozialpolitischen Initiativen und war langjähriger Mitarbeiter im kda Bayern. Die Trauerfeier findet am Dienstag, den 15. Mai um 10.30 Uhr in Schweinfurt auf dem Hauptfriedhof statt.
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16.09.2011

Wer arbeitet soll auch essen

Habe Arbeit – brauche Geld

Obwohl der Arbeitsmarkt in Bayern boomt, sind immer mehr Menschen im Niedriglohnbereich beschäftigt. Das betrifft nicht nur die ausschließlich geringfügig Beschäftigten oder die Leiharbeiter, sondern in einer wachsenden Anzahl Menschen, die in Vollzeit arbeiten.

 

Ausschließlich geringfügig Beschäftigte gab es in Bayern 615.300 im Jahr 2008, davon waren 464.000 Frauen, was einem Anteil von 75,5 Prozent entsprach. Die Zahl der Beschäftigten in Vollzeit! zu Niedriglöhnen stieg von 463.800 im Jahr 2000 auf 549.300 im Jahr 2008, ein Anstieg um 18,4 Prozent. Das betraf vor allem die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren. Niedriglohnbeschäftigte gibt es in allen Arten von Verkaufsberufen, in Ernährungsberufen (wie z.B. Bäcker, Fleischer), in der Gastronomie (Köche, Service) und im Gesundheitsbereich. 

 

Habe Arbeit – brauche Geld

hieß für 97.900 Beschäftigte im Jahr 2009 in Bayern, dass sie zum Leben finanzielle Unterstützung aus Steuermitteln, sogenannte Aufstocker-Leistungen der Bundesagentur für Arbeit, benötigten.

 

Die biblische Forderung: „Wer arbeitet soll auch essen“ ist damit zwar erfüllt, aber reicht das allein für das Leben aus? Ist Leben nicht mehr? Die Frage nach der Teilhabe am Leben in Form von Kultur, Engagement in Sportvereinen oder in der Kirchengemeinde – das gehört doch auch zum Leben?! Ganz abgesehen davon, privat noch fürs Alter oder die Pflege vorzusorgen.

 

Habe Arbeit – habe Geld zum Leben,

das wäre ein Ziel für eine gerechte Entlohnung für geleistete Arbeit. Es würde Beschäftigte befreien von demütigenden Gängen zu öffentlichen Ämtern, um Leistungen zum Lebensunterhalt zu beantragen.

 

Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes wäre eine Möglichkeit. Es würde den Staat und die Sozialversicherungen entlasten, wenn alle Lohnarten in die Versicherungssysteme einbezogen und die steuerlich unterstützten geringfügigen Entlohnungen  abgeschafft würden.

 

Das wäre ein Weg für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit!

 

Evi Pohl

Sozialsekretärin, kda Schweinfurt

10.05.2011

„Es bleibet dabei – der Sonntag ist frei!“

lautete das bundesweite kda-Motto zum Tag der Arbeit 2011.

 

Nun gibt es in Bayern immer wieder Interessenverbände, denen die Bedeutung des Sonntags anscheinend nicht geläufig ist. Deren „Heilsbringer“ scheint nur noch der „Konsumismus“ zu sein. Mit jeder Sonntagsöffnung entscheidet letztlich eine kleine Anzahl Stadt- und Gemeinderäte darüber, dass viele VerkäuferInnen und deren Familien keinen gemeinsamen freien Sonntag  haben. Und denken alle SonntagseinkäuferInnen wirklich, dass sie ein besonderes Schnäppchen machen?

 

Bedenken Sie: Jede/r aus Ihrer Familie arbeitet an einem anderen Sonntag. Wann können Sie dann alle gemeinsam Feiern? Viel zu wenige Menschen denken darüber nach, dass der freie Sonntag eine kulturelle und zivilisatorische Errungenschaft ist, die damit zur Disposition steht.

 

Mein Werbevorschlag: „Kommen Sie in das moderne Land Bayern – uns ist der Sonntag heilig, der geschützte Ruhetag. Wochentags schliessen die Läden um 20 Uhr. - Unser bayerischer Mehrwert für Sie!

 

Profitieren vom rigorosen Sonntagsschutz könnten z. B. die über 330.000 Beschäftigten im Einzelhandel, familiengeprägte Betriebe, das Handwerk, der Mittelstand, die Kirchen und Vereine. Sie setzen sich für den Sonntagsschutz und den Ladenschluss um 20 Uhr ein. Denn sie wissen, es braucht eine Zeit für die Arbeit und eine Zeit für die Ruhe (Prediger 3,1ff). Und von diesen gemeinsamen Zeitinseln profitieren wir alle als Menschen in und für unsere Gesellschaft und Gesundheit gleichermaßen.

 

Es lohnt sich darüber nachzudenken, dass der Sonntag nicht zu einem Tag der Arbeit wird.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen arbeitsfreie Sonntage als bewußte Zeit für Ihr Leben.

 

Evi Pohl

Sozialsekretärin, kda Schweinfurt

 

(Auszug aus „evangelisch in Schweinfurt“, Mai 2011)

 

 

03.03.2011

100 Jahre Internationaler Frauentag

Die Arbeiterinnenbewegung, zuvorderst Textilarbeiterinnen in den USA, demonstrierten und streikten seit Mitte des 19. Jahrhunderts und wehrten sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Mit Beginn der Industrialisierung stieg der Anteil der Fabrikarbeiterinnen. Für die gleiche Arbeit, die sie wie die Männer verrichteten, erhielten sie nur einen Bruchteil deren Löhne. Immer wieder steikten sie für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten, gegen unzumutbare Wohn- und Lebensbedingungen.  Am 27. August 1910 beschloss die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen(mit über 100 Delegierten aus 17 Ländern) auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages. Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Über eine Million Frauen forderten die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle wurde 1918 in Deutschland eingeführt.

 

Am 8. März 1922 wurde der Internationale Frauentag erstmals einheitlich in verschiedenen Ländern begangen. Der internationale Frauenstreiktag am 8. März 1974 forderte u.a. Freiheit, Gleichberechtigung, bessere Bildung für Mädchen, keine Diskriminierung von Frauen,  Verbot der Kinderheirat.

 

1977 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 8. März als „Tag der  Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“. Seitdem ist er in 25 Ländern gesetzlicher Feiertag (in Deutschland nicht!), z.B. in China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

 

2007 forderte die Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft ver.di unter dem Motto „Frauen verdienen mehr“, dass Frauen das gleiche Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit wie Männer erhalten. Ebenso die Einführung von Mindestlöhnen. Frauen verdienen heute immer noch ca. 23 Prozent weniger für die gleiche Arbeit als Männer. Mindestlöhne gibt es in 21 von 27 europäischen Ländern und in USA. Aktuell ist diese Forderung, da ab 1. Mai 2011 die europäische Richtlinie der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft tritt. Aktuell sollte nachgedacht werden über eine Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich für Frauen und Männer, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich umzusetzen. Dazu ist eine andere Aufteilung der Arbeit notwendig, um sowohl Frauen als auch Männern Zeiten der Kindererziehung und der Pflege zu ermöglichen.

 

Evi Pohl

Sozialsekretärin, kda Schweinfurt

 

(Auszug aus „evangelisch in Schweinfurt“, März 2011)

14.02.2011

Pfarrkonferenz mit Betriebsbesuch bei ZF Services in Schweinfurt

Foto: Dr. Siegfried Bergler

Als kda haben wir die „Gehstruktur“, wir gehen im Auftrag unserer Kirche hin zu den Menschen in der Arbeitswelt. Wir suchen sie an ihrem Arbeitsplatz auf, sehen wie und was sie tun, hören, was sie bewegt im betrieblichen und sozialen Umfeld. „Hingegangen“ an die Arbeitsplätze ihrer Gemeindeglieder sind im Februar die Pfarrerinnen und Pfarrer, die ich zu einem Betriebsbesuch der ZF Services GmbH in Schweinfurt einlud.

 

Der Betriebsratsvorsitzende und Betriebswirt, Wolfgang Gutgesell, hat uns empfangen. Danach begrüßte uns der Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb und Vorsitzender der Gesamtgeschäftsführung, Alois Ludwig. Er präsentierte die Firma ZF Friedrichshafen AG (Zahnradfabrik Friedrichshafen) mit dem Geschäftsfeld „ZF Services GmbH“ (ehem. Sachs-Handel). Er erläuterte die strategische Neuausrichtung 2011. Nach dem massiven Umsatz- und Produktionsbeinbruch im Krisenjahr 2009 befindet sich die gesamte ZF AG wieder auf Wachstumskurs.

 

Die ZF Servisces GmbH hat weltweit ca. 4.200 Beschäftigte, davon ca. 740 in Schweinfurt. Hier werden täglich ca. 7.300 Kundenaufträge bearbeitet. Das umfasst den Service und die  logistische Abwicklung von Ersatzteilen für Automotive, Off Road, Schienen, Industrie und Marine. Als Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit werden immer mehr Teile zurückgenommen, aufgearbeitet und repariert. Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden wird besonders gefördert.

 

Anschließend referierte Wolfgang Gutgesell über die Eigentumsverhältnisse, denn die ZF AG ist ein Stiftungsbetrieb mit einer hohen Sozialkompetenz. Er erläuterte die umfangreichen Aufgaben des Betriebsrates lt. Betriebsverfassungsgesetz und die flankierenden Europäischen, Bundes- und Ländergesetzgebungen. Entlohnt wird nach den Tarifverträgen der IG Metall. Eine Erfolgsbeteiligung wird jährlich gezahlt.

 

Sonntagsarbeit kein Thema

Bei ZF Services wird im Gleitzeitmodell gearbeitet. Sonntagsarbeit ist kein Thema. In Ausbildung sind 18 Jugendliche als Fachkraft für Lagerlogistik und als Groß- und Außenhandelskauffrau/-mann. Bisher wurden die Jugendlichen nach Ausbildungsabschluss unbefristet übernommen.

 

Die getätigten Investitionen der letzten Jahre in den Oberen Weiden sind unübersehbar. Wolfgang Gutgesell führte durch die Verpackungs- und Logistikhallen. Besonders beeindruckt hat das neue vollautomatisierte, 45 Meter hohe und 86 Meter breite, Hochregallager mit   26.000 Palettenstellplätzen.

 

Im Abschlussgespräch wurden u.a. die Themen „Mindestlohn“ und „Leiharbeit“ erörtert.

 

Es war ein intensiver und interessanter Nachmittag in der Arbeitswelt vor Ort. Dafür herzlichen Dank an die Herren Ludwig und Gutgesell.  

Evi Pohl, Sozialsekretärin

 

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15.10.2010

Fair teilen statt sozial spalten

Ein Bündnis aus DGB Kreisverband Würzburg; Katholische Arbeitnehmer Bewegung, Stadtverband Würzburg; Katholische Betriebsseelsorge Würzburg und Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Schweinfurt verabschieden die Würzburger Erklärung zum geplanten Sparpaket der Bundesregierung (PDF-Datei, ~140 KB).

Kontakt

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern

Regionalstelle Schweinfurt

Friedenstraße 23

97421 Schweinfurt

 

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