1. Forum: Menschenwürdig wirtschaften - Das Manifest "Globales Wirtschaftsethos" als Weg aus der Krise
Die jüngste Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise hat einen weltweiten Mangel an ethischer Handlungsorientierung aufgezeigt. Wir erleben ein Wirtschaften nicht um des Menschen, sondern um des schnellen Geldes willen. Riskante Spekulationen, verantwortungsloses Gewinnstreben, ungezügelte Gier maßgeblicher Finanzmarktakteure erschüttern Staat und Gesellschaft und bringen die Wirtschaftsordnung insgesamt in Verruf. Die Krise ist noch nicht vorüber, selbst wenn es der Wirtschaft wieder besser geht, weil die Wirtschaftskrise zu einer tiefen Vertrauenskrise führte.
Aus dieser Situation suchen nicht wenige einen Ausweg. Es bedarf einer Neubesinnung auf ethische Grundlagen eines menschengerechten Wirtschaftens. Doch was ist die Basis dafür in einer multikulturellen und multireligiösen Zeit? Auf welcher ethischen Grundlage können diese Begegnungen und Kooperationen gelingen?
Im neuen
Manifest „Globales Wirtschaftsethos“ wird das Wagnis unternommen, ein ethisches Fundament eines menschengerechten Wirtschaftens zu beschreiben. Das Manifest greift die interreligiöse Erklärung zum Weltethos des Weltparlaments der Religionen von 1993 auf und verknüpft sie mit dem
United Nations Global Compact, dem Aufruf der Vereinten Nationen an alle Unternehmen, allgemein akzeptierte Kriterien einzuhalten.
Das globale Weltwirtschaftsethos lädt ein zu einem verantwortlichen menschengerechten Wirtschaften im Geist der ethischen Traditionen der großen Weltreligionen.
Die Präsidentin der Landessynode der Evang. Kirche in Bayern, Dr. Dorothea Deneke-Stoll, weist in ihrer Begrüßungsrede auf die Bedeutung des Forums als kirchlichen Ort des Dialogs und möglicherweise der Verständigung hin. Dabei sollen die unterschiedlichen ethischen Wertmaßstäbe und Lebenserfahrungen benannt werden.
Der Generalsekretär der
Stiftung Weltethos, Dr. Stephan Schlensog, erläutert in seinem Vortrag warum eine globale Wirtschaft ein globales Ethos braucht und wie dieses aussehen kann.
Die Projektmanagerin für das Globale Wirschaftsethos, Dr. Maud Schmiedeknecht, zeigt die praktischen Konsequenzen für Unternehmen auf.
Der Regionalbischof im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Oberkirchenrat Christian Schmidt, eröffnet mit einem Gottesdienst den zweiten Tag des Forums. In seiner Predigt geht er auf die "goldene Regel" aus der Bergpredigt ein: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“ und überträgt dieses Anliegen auf die aktuellen Lebensbezüge der Menschen.
Workshops und Podiumsdiskussion
In vier Workshops beschäftigten sich die rund 30 Teilnehmer/innen noch einmal mit grundlegenden Fragen und konkreten Umsetzungsschritten:
- Theologische Grundlagen eines Weltwirtschaftsethos
- Weltwirtschaftsethos in Arbeitnehmerperspektive
- Weltwirschaftsethos im Alltag von Handwerksbetrieben
- Weltwirtschaftsethos als Tugendethik für Führungskräfte
In einem einem von der Referentin für sozial- und gesellschaftspolitischen Fragen der EKD, Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx, moderierten Rundgespräch konnten die Referenten der Workshops aufeinander reagieren und Positionen zuspitzen.






