Burnout: Betriebsräte benötigen Unterstützung
SCWEINFURT – Konkurrenz, Druck, Flexibilität, Mobilität, zusätzliche Arbeiten in der gleichen Zeit – Arbeitnehmern wird viel zugemutet. Dazu Aufgaben in der Familie und hoher Einsatz in der Freizeit sowie das Gefühl, nicht „Nein“ sagen zu können. Ein gefährliches Gemisch für das Ausbrennen. Mehr als zwei Dutzend Arbeitnehmervertreter aus 15 Betrieben in der Main-Rhön-Region bestätigen: Die Angst vor Burnout geht um. „Bei den arbeitsweltlichen Diensten der Kirchen registrieren wir in vielen Bereichen, dass Beschäftigte zu Medikamenten und Suchtmitteln greifen, damit sie am Arbeitsplatz und im privaten Umfeld ‚funktionieren’“, sagt Sozialsekretärin und kda-Mitarbeiterin Evi Pohl bei einem Treffen im katholischen Dekanatszentrum.
Teilnehmer/innnen einer Gruppenarbeit zum Thema Burnout im katholischen Dekanatszentrum in Schweinfurt - Foto: Pohl
Ob Frauen, Männer, Arbeiter, Angestellte oder Leitende, es betrifft vor allem diejenigen, die in ihrem Beruf besonders engagiert sind. Burnout ist als Krankheit nicht anerkannt. „Der Arbeitgeber hat seiner Fürsorgepflicht nachzukommen“, sagt Pohl. Dazu gehört auch die Entwicklung einer Betriebskultur der Wertschätzung, Anerkennung, Reflexion und Motivation.
Eine gefährliche Entwicklung zeichnet sich ab, wenn Beschäftigte glauben, nur ja nicht aus- und auffallen zu dürfen, wie eine Betriebsrätin meint. „Viel zu selten wird bei diesem Thema an die Kosten für den Betrieb und die Krankenversicherung gedacht“, mahnt Sozialsekretärin Pohl.
In einer Bibelarbeit verweist der katholische Betriebsseelsorger Peter Hartlaub auf Jesus, der nicht ohne Grund immer zwei Jünger aussandte. Denn zwei können besser beobachten, teilen, reflektieren, sich korrigieren, stärken und gegenseitig Mut machen.
Die Treffen für Betriebs- und Personalräte sowie Mitabeitervertretungen finden regelmäßig statt. Sie werden veranstaltet von der kda-Regionalstelle Schweinfurt und der katholischen Betriebsseelsorge.
21.11.2011 16:06


