Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
17.12.2017
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Digitalisierung der Arbeitswelt - menschengerechte Arbeit der Zukunft

Die heutige Arbeitswelt ist ohne Digitalisierung kaum mehr zu denken. Für mindestens jeden Zweiten (52 Prozent) stellt die Digitalisierung schon heute einen festen Bestandteil der Arbeit dar. Weitere 38,5 Prozent nutzen die digitalen Hilfsmittel immerhin zeitweise. So lauten jedenfalls die Zahlen, die der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) am Dienstag bei seinem jährlichen Gesundheitsreport vorlegte. Untersucht wurden die Veränderungen der Arbeit durch Digitalisierung. Der kda Bayern beschäftigt sich aufgrund der besonderen Aktualität dieses Themas seit einiger Zeit intensiv mit dessen sozialethischen Aspekten.


Der Austausch von Daten und die Vernetzung von Maschinen nimmt im Rahmen der Digitalisierung zu und verändert die Arbeitswelt. (Foto: Behrendt)

 

Tagungen und Diskussionen mit verschiedenen Akteuren

In den Jahren 2016 und 2017 fanden dazu Tagungen in Rothenburg und Tutzing statt. Unter dem Motto „Arbeitsalltag 4.0: Das Jetzt verstehen – die Zukunft gestalten“, „Leben – und 4.0 arbeiten in der digitalisierten Arbeitswelt?“ sowie  „Arbeitszeit in der Digitalen Gesellschaft. Lohn und Leben rund um die Uhr in 24/7?“ kamen führende Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Theologie zu Wort. „Die öffentliche Diskussion zu Industrie 4.0 beziehungsweise Arbeit 4.0 konzentriert sich oftmals nur auf die technisch-funktionalen Aspekte. Der kda bearbeitet hingegen blickt seit jeher auf Themen der Arbeitswelt unter sozialethischer Perspektive einer menschengerechten Arbeitswelt,“ so der Leiter des kda Dr. Johannes Rehm.

 

Aktuelle Publikationen als Momentaufnahme der Diskussion

Der aktuelle Stand der sozialethischen Diskussion spiegelt sich in verschiedenen Publikationen des kda Bayern zum Thema „Digitalisierung in der Arbeitswelt“ wieder.

 

So wird ein Teil der inhaltlichen Auseinandersetzung demnächst in Buchform erscheinen. In „Arbeit im Alltag 4.0. - Wie Digitalisierung ethisch zu lernen ist. Beiträge aus betrieblicher, arbeitsmarktpolitischer und theologischer Sicht“ wurden die Vorträge und Diskussionen aus den drei Tagungen des kda zum Nachlesen und Weiterdenken zusammengefasst (Roland Pelikan, Johannes Rehm (Hg.), Reihe: Entwürfe zur christlichen Gesellschaftswissenschaft Bd. 35, Lit-Verlag, ISBN 978-3-643-13709-8).

 

Darüber hinaus wirken gleich mehrere Mitarbeitende des kda im Ausschuss „Arbeit und Technik“ auf kda-Bundesebene mit. Die Thesen des Ausschusses wurden nun veröffentlicht. Darin wird einmal mehr deutlich, wie weitreichend die anstehenden Veränderungen voraussichtlich sein werden. Bisher bestehende Strukturen gilt es gesellschaftlich, politisch und rechtlich neu zu gestalten.

 

Zu diesem Schluss kommt auch Pfarrer Peter Lysy in seiner Rezension über Yuval  Noah  Hararis Buch „Homo  Deus“ (C. H. Beck-Verlag, München 2017). Es erschien in der neuesten Ausgabe  des evangelischen Korrespondenzblattes und steht hier zum Nachlesen zur Verfügung (S. 228).

 


30.11.2017 12:24