Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
17.01.2018
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Digitalisierung statt Menschen - ethische Anfragen an Kirche?

Am 10. Januar hielt Industrie- und Sozialpfarrer Dr. Roland Pelikan im Rahmen des gut besuchten Gesprächskreises der Evangelischen Kirchengemeinde Stockdorf b. Gauting einen Vortrag zu Fragen der digitalisierten Arbeitswelt. Der kda befasst sich seit einigen Jahren mit dem Thema und hat sich unter anderem in den Konsultationsprozess des Bundesarbeitsministeriums seinerzeit unter dem Titel „Weißbuch Industrie 4.0“ aktiv eingebracht.


Roland Pelikan (Mitte) spricht vor interessierten Hörerinnen und Hörern der Kirchengemeinde Stockdorf. (Foto: Yvonne Leidenfrost)

 

Fundamentale Veränderungen durch die Digitalisierung betreffen auch die Kirche

Dem kda geht es beim Thema Digitalisierung weder um eine kritiklose Bejahung alles technisch Möglichen, noch um Schreckgespenste einer "Maschinenherrschaft". Dennoch machte Pelikan deutlich , dass die Roboterisierung des Alltags und der Arbeitswelt unumgänglich ist und daher dringend der Gestaltung aus christlicher Ethik heraus bedarf.

Er veranschaulichte in seinem Vortrag eindrücklich die fundamentalen Veränderungen der Digitalisierung, die nicht nur Menschen in Betrieben und Berufen betreffen, sondern Auswirkungen auch auf Kirche und Gemeindeleben mit sich bringen.

 

An der Sonntagsfrage werden sich "die Geister scheiden"

Die Dimension politischer Verantwortung aller kommt aus Sicht des kda am 3. Gebot „Du sollst (oder: du wirst!) den Feiertag heiligen“ zur Sprache. An der "Sonntagsfrage" werden sich jetzt und in Zukunft "die Geister scheiden", so Pelikan, "wenn es darum geht, Menschen im Unterschied zu Maschinen eine ´Aus-Zeit`, ein ´Ruhe geben` zu ermöglichen und so erst der Arbeit eine menschengemäße Gestaltung zu geben."

 

Gemeinsame Lösungswege erkunden

Die Besucher*innen des Gesprächskreises Stockdorf beteiligten sich rege mit Fragen und eigenen Überlegungen an den Ausführungen von Dr. Pelikan. 

Es war ihnen deutlich geworden, dass nicht nur für sie selbst, sondern erst recht für die jüngere Generation in einer digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt neue Fragen aufkommen. Dazu gehören zum Beispiel die Daten- und Zeitsouveränität. Für diese sind im Interesse der Menschenwürde, der Demokratie und des Evangeliums von Jesus Christus entsprechende Antworten und Lösungswege gemeinsam(!) zu erkunden.


12.01.2018 07:44