Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
24.10.2017
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Trauer um Edith Nikolajsen

Nürnberg – An Christi Himmelfahrt verstarb die langjährige kda-Mitarbeiterin Frau Edith Nikolajsen wenige Tage vor ihrem 70. Geburtstag. Die Trauerfeier für Frau Nikolajsen fand am 2. Juni am Stadelner Friedhof statt. Es nahmen mehrere Mitarbeitende und zahlreiche ehemalige Mitarbeitende des kda teil. Als ehemalige Geschäftsführerin der "Aktion 1+1 Mit Arbeitslosen teilen" war Frau Nikolajsen landesweit für die bayerische Landeskirche tätig gewesen. In seinem Nachruf würdigte der Leiter des kda Bayern, Pfr. Dr. Johannes Rehm, Frau Nikolajsen mit folgenden Worten:


Edith Nikolajsen

 

Sehr geehrte Angehörige unserer lieben Verstorbenen, liebe Trauergemeinde,

 

die Nachricht vom Tod von Frau Edith Nikolajsen hat bei den Mitarbeitenden des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt und bei unseren Kooperationspartnern große Trauer ausgelöst.Obwohl Frau Nikolajsen seit fünf Jahren bereits im Ruhestand ist, so ist die hohe persönliche Verbundenheit der Kollegenschaft des kda mit ihr über ihre aktive Dienstzeit hinaus erfreulicherweise erhalten geblieben. Sie nahm an Einführungen und Verabschiedungen von Kollegen teil und war immer wieder gern gesehene Besucherin in der kda Zentrale. 

 

Wir ehemalige Kollegen und Kolleginnen haben mit ihr sehr um ihre Gesundheit gebangt und sind nun über den aus unserer Sicht viel zu frühen Tod unserer langjährigen Kollegin sehr traurig und wir möchten Ihnen den Angehörigen unsere tief empfundene Anteilnahme aussprechen.

 

Frau Edith Nikolajsen nahm im kda vom 1. Dezember 2000 bis zum 31. Juli 2012 mit großem Engagement und hoher Identifikation die Geschäftsführung unserer landeskirchlichen "Aktion 1+1 mit Arbeitslosen Teilen“  wahr. Sie hat dabei immer wieder betont, dass sie ja selber am eigenen Leib in ihrem Leben hat erfahren müssen, was es bedeutet arbeitslos zu sein. Aus dieser eigenen Betroffenheit heraus gestaltete sie ihren Dienst. Sie konnte so den Langzeitarbeitslosen, denen ihr Einsatz galt, in besonderer Weise menschlich nahe und eine Nächste im christlichen Sinne sein.

 

Frau Nikolajsen war in unserer Landeskirche mehr als  ein Jahrzehnt das liebenswürdige Gesicht unserer Aktion gewesen. Bei ihr liefen die Fäden zu den verschiedenen Trägereinrichtungen von Beschäftigungsmaßnahmen zusammen, die sie für uns landesweit pflegte und ausbaute. Sie war die "Frau 1 + 1“ der Landeskirche und wir alle im kda, aber auch der gesamten Landeskirche haben ihr wahrhaft viel zu verdanken! Christlicher Glaube und soziales Engagement, das gehörte für Frau Nikolajsen zu recht untrennbar zusammen. Sie trug entscheidend dazu bei, dass die kirchliche Arbeitslosenhilfe heute, ihrem Wunsch entsprechend, einen selbstverständlichen integralen Bestandteil unseres kda bildet.

 

Edith Nikolajsen war äußerlich eine zierliche, bescheiden auftretende  Person gewesen, aber als Persönlichkeit war sie eine sehr starke und eindrucksvolle Frau, die wusste, was sie wollte und die ihre Ziele konsequent und hartnäckig zu verfolgte. Und sie wollte vor allem eines, nämlich mit ganzer Kraft eine Gesellschaft der gerechten Teilhabe für alle befördern helfen. Im Sinne eines Menschenrechts auf Arbeit sollen alle, wirklich alle die Möglichkeit haben sich selbst und die ihren durch ehrliche Arbeit selbst zu versorgen. Diesem sozialethischen Ziel hatte sie sich verschrieben.

 

Das war ihre persönliche Mission und das ist nun heute ihr Vermächtnis an uns. Hellwach nahm sie stets als engagierte Bürgerin mit einem breiten Interessenspektrum an politischen Entwicklungen lebhaft Anteil.

 

Die gemeinsamen Dienstfahrten mit ihr quer durchs Land zu den aktuellen Kampagnenvorstellungen und die damit verbundenen Gespräche habe ich selbst in bester, anregender Erinnerung. Nicht zuletzt ihren Einsatz für den Frieden im Zusammenhang der jährlichen Ostermärsche schätzte ich stets sehr. Ferner lagen ihr die Rechte von Frauen ein Leben lang am Herzen.

 

Mit bewundernswerter Stärke hat Frau Nikolajsen ihr schweres Schicksal getragen. Immer wieder hat sie für mich eindrücklich erklärt, dass sie sich in ihrem christlichen Glauben auch in den schweren Zeiten geborgen weiß. Insofern dürfen wir Edith Nikolajsen nun bei Gott wohl versorgt und in Liebe angenommen wissen. Wir danken Gott dafür, dass sie unsere Kollegin und unser Mitmensch  war. Was sie geschaffen und erreicht hat, es bleibt mit ihrem Namen verbunden.

 

Ihr Beispiel kann uns Ermutigung sein das von ihr begonnene Werk in ihrem Sinne fortzuführen. Edith Nikolajsen – sie ruhe in Frieden.


07.06.2017 12:30