Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
24.10.2017
Sie sind hier: www.kda-bayern.de

Handwerkergottesdienst in Coburg

Anlässlich des Reformationsjubiläums luden die Kreishandwerkerschaft Coburg, die Fachstelle Kirche und Handwerk beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt und die Kirchengemeinde St. Moriz am Sonntag Rogate zum Handwerkergottesdienst ein.


Anlässlich des Reformationsjubiläums feiert die Kreishandwerkerschaft Coburg in St. Moriz Handwerkergottesdienst. Im Pfarramt trafen sich alle Mitwirkende und zogen gemeinsam zur Kirche. V.r.n.l: Pfarrer Dr. Johannes Rehm, Leiter des kda; Pfarrerin Silke Kirchberger, St. Moriz; Sozialsekretär Frank Meixner; Diakon Stefan Helm; Malermeister Günter Beland; und Kreishandwerksmeister Jens Beland gefolgt von den jeweiligen Fahnenabordnungen der Kreishandwerkerschaft Coburg. (Bild: khs Coburg)

 

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich alle Mitwirkenden im Pfarramt um von dort aus in die Kirche einzuziehen. Pfarrerin Silke Kirchberger begrüßte die Kirchengemeinde. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Anklopfen. Dranbleiben – das Handwerk zwischen Tradition und Moderne“.  Dem stand der Predigttext aus Lukas 11, 5 -13 zur Seite: „wer anklopft, dem wird aufgetan.“

 

Am Anfang stand die Frage: „Wie hat sich das Handwerk im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert und was gilt noch heute?“. Früher galt der Handschlag als Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Meister, „da hat es keinen Vertrag gebraucht“ so Malermeister Günter Beland aus Großheirat. Und früher gab es immer was zu essen und zu trinken, wenn die Mitarbeitenden den Auftrag bei der Kundschaft ausführten. Kreishandwerksmeister Jens Beland sieht das mangelnde  Ansehen des handwerklichen Berufes heute als große Herausforderung. Es ist das höchste Ziel vieler Eltern ihr Kind auf ein Gymnasium zu schicken und wünschen sich eine akademische Ausbildung für ihren Nachwuchs. Dabei gibt es im Handwerk so viele gute Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Die Zufriedenheit des Kunden war und ist damals wie heute Antrieb des Handwerkers, so Jens und Günter Beland übereinstimmend im Gespräch mit Diakon Stefan Helm.

 

Für fast alle Probleme des Alltags hat es im Handwerk entsprechende Spezialisten, die Lösungen anbieten. Und es ist so, „dass Handwerker auch nur Menschen sind mit ihren Begrenzungen“, so betonte es Dr. Johannes Rehm in der Festpredigt. Zu Zeiten Jesu sei es selbstverständlich gewesen, dass wenn ein Fremder an die Türe klopft, ihm diese geöffnet und er mit dem Notwendigen versorgt wurde. „Kirchen, Verbände und Zivilgesellschaft haben im Zusammenwirken mit staatlichen und kommunalen Stellen unglaublich viel geleistet“ , um Männer und Frauen mit Fluchtgeschichten zu versorgen. Da in der Logik der Geschichte Jesu die Gastfreundschaft Gottes allen Menschen gilt, stellt Herr Dr. Rehm die Frage: „aber wie  ist das, wen  jeden Abend  jemand an die Tür klopft, und wenn es nicht nur einer ist, sondern viele?“

Der Oberbürgermeister der Stadt Coburg Norbert Tessmer überbrachte die Grüße der Stadt Coburg und wies auf die besondere Bedeutung des Handwerks für die Stadt hin.

 

Kreishandwerksmeister Jens Beland bedankte sich bei allen Mitwirkenden des Gottesdienstes und lud zum Umtrunk vor der Kirche ein. Zum Auszug spielte Kirchenmusikdirektor  Peter Stenglein auf der Orgel „Wer will fleißige Handwerker sehen“. Reformationsbotschafter Günter Beland führte eine Gruppe interessierter durch die Ausstellung „Ritter, Bauern Lutheraner“ in der Kirche St Moriz.


07.06.2017 10:11