Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
26.05.2018
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"In Gottes Namen fang ich an …" - Eine evangelische Spiritualität der Arbeit

SELBITZ. Vom 1.-4. Februar 2018 widmete sich der diesjährige Selbitzer Dialog dem Thema einer evangelischen Spiritualität der Arbeit. Dieses Seminar für Menschen in verantwortlichen Berufen wurde von der Communität Christusbruderschaft Selbitz veranstaltet. Neben Impulsreferaten und Workshops bot das es den 40 Teilnehmenden die Möglichkeit, an den Gebetszeiten und den Gottesdiensten der Communität teilzunehmen sowie zum Gespräch miteinander. Der Leiter des kda-Bayern Pfarrer Dr. Johannes Rehm war als Hauptreferent dabei.


Die Teilnehmenden des Selbitzer Dialogs im angeregten Austausch über Glaube und Arbeit. (Foto: Steffen Gass)

 

Gestaltung der Welt durch Arbeit

In seinem Referat hob Rehm hervor, dass schon von der biblischen Überlieferung her, der Alltag der Welt und so auch der Arbeitsplatz als Zeit und Ort evangelischer Spiritualität anzusehen seien. Der liturgische Gottesdienst findet nämlich im Alltag der Welt seine Fortsetzung: „Für eine Wahrnehmung der Arbeit als Berufung bildet der Arbeitsplatz den Ort einer geistlichen Glaubenspraxis. Diese Praxis findet ihren Ausdruck in einer Gewissheit des Gegründetseins im Glauben und eines Gerufenseins von Gott. Als Geschöpfe sind wir beauftragt zur Weltgestaltung durch Arbeit. Auch heute gibt es jenseits großer Namen Menschen, die so leben und arbeiten: voller Dank gegenüber Gott, für das Geschenk der Arbeitszeit. Menschen, die darum ringen, was es für ihr Leben bedeutet, am Ort der Arbeit gegenüber Kolleginnen und Kollegen Nächstenliebe zu praktizieren, den Sonntag zu heiligen und in Bezug auf den Ertrag der eigenen Arbeit auf den Segen Gottes ihr Vertrauen zu setzen.“, so der Referent.

 

Heilsamer Rhythmus

In einer Zeit zunehmender Arbeitsverdichtung und einer Beschleunigung aller Lebensvollzüge kann die Praxis einer evangelischen Frömmigkeit der Arbeit eine salutogenetische Bedeutung für Arbeitnehmende haben. Deshalb betonte Rehm: „Der Rhythmus der Schöpfung von Arbeit und Ruhe in der Perspektive der Rechtfertigung ist unter den Bedingungen einer Industrie oder Arbeit 4.0 von größter Bedeutung. Er setzt die Würde des arbeitenden Menschen voraus und weist der Arbeit einen angemessenen Stellenwert zu.“

 

Arbeit Gottes an den Menschen

In einem kreativen Bibelgespräch veranschaulichte die Selbitzer Priorin Schwester Anna-Maria a.d. Wiesche anhand biblischer Texte die Arbeit Gottes an den Menschen in unserer Welt: "Gottes Arbeit ist es, Verfehlungen abzubauen und Neuanfänge zu ermöglichen. Dieses bildet die Grundlage dafür, dass ich mich selbst aus meinen Verurteilungen entlasse und der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes in mir und um mich herum Raum gebe."

 

Gemeinsame Praxis

Das Seminar war von einem Team unter Leitung von Sr. Birgit-Marie Henninger vorbereitet worden und wurde bereichert durch die gemeinsame Praxis von Übungen der Alexandertechnik durch Sr. Erika Stadelmaier.

 


06.02.2018 16:27