Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
27.09.2016
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18.07.2013

Appell von Kirchen und Gewerkschaften: Europa nicht kaputtsparen

Pressegespräch am 18.7.2013 zur Vorstellung des Appells "Solidarität für Europa": v.l.n.r. Leiter kda Bayern Dr. Johannes Rehm, Katholischer Stadt- und Regionaldekan Hubertus Förster, Pressereferent im Evang. Dekanat Nürnberg Dr. Ekkehard Wohlleben, DGB-Regionsvorsitzender Mittelfranken Stephan Doll, Evang. Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein, Arbeitnehmerpastoralleiter Dr. Manfred Böhm - Foto: Feulner

Mit einem Appell zur Bewältigung der Krise in Europa wollen die beiden Kirchen in Nürnberg, ihre arbeitsweltbezogenen Dienste und der DGB Region Mittelfranken Solidarität für Europa erzeugen. Für den Leiter des kda Bayern, Dr. Johannes Rehm, ist eine kritische Grenze erreicht: "Sparpakete dürfen doch nicht den Menschen die Existenzgrundlage wegnehmen!", sagt Rehm beim Pressegespräch zur Vorstellung des Appells im Haus Eckstein in Nürnberg. 

Appell "Solidarität für Europa" zum Herunterladen (2 Seiten, PDF-Datei, ~250 KB)

"Gerechtigkeit ist der Grund und das Ziel.", heißt es in dem Appell von Kirchen und Gewerkschaften. Deshalb melden sich die Wertegemeinschaft Kirchen und Gewerkschaften zu Wort. Die Verfasser haben konkrete Forderungen an die Politik, insbesondere an die Europa- und Bundestagsabgeordneten. (Siehe danebenstehenden Appell)

 

Viel Unmut löste Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit einem Interview in den Tagesthemen vom 17.7.2013 aus: "Die Jachtbesitzer, die Superreichen kriegt man eben nicht, weil die nicht mehr in Griechenland ihren steuerlichen Wohnsitz haben. Das ist so. Die Weltgeschichte ist nie ganz fair." Der Leiter der katholischen Arbeitnehmerpastoral, Dr. Manfred Böhm, bezeichnet diese Äußerung als eine "Bankrotterklärung" der Politik.

 

 

 

Medienspiegel

 

  • epd Landesdienst Bayern v. 18.7.2013

Die beiden großen christlichen Kirchen und die Gewerkschaften in Nürnberg appellieren gemeinsam an die Politik, die soziale Krise in Europa zu bekämpfen. Die Unterzeichner des Appells "Solidarität in Europa" stellten am Donnerstag ihre Forderungen vor.

Sparpakete dürften Menschen nicht die soziale Existenzgrundlage nehmen, erklärte der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein. "Es braucht kein Kaputtsparen, sondern Anreize für die Wirtschaft", sagte er. Solidarität und Gemeinschaft über die nationalen und konfessionellen Grenzen hinweg forderte der Leiter des Evangelischen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA), Pfarrer Johannes Rehm. "Wenn Menschen irgendwo in Europa von Armut bedroht und an der sozialen Teilhabe gehindert sind, dann ist das auch unser aller Problem hier in Deutschland", so Rehm.

Steuerschlupflöcher zu stopfen und die Reichen in den Krisenländern wie Griechenland in die Verantwortung zu nehmen, forderte der Vorsitzende des DGB-Mittelfranken, Stephan Doll. "Es kann doch nicht sein, dass wir diejenigen, die für diese Krise verantwortlich sind, davon kommen lassen", ging Doll auf einen Satz von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in den Tagesthemen vom Mittwochabend ein. Dort hatte dieser gesagt, die Reichen, "die kriegen wir eben nicht".

Das sei eine "Bankrotterklärung" der Politik, kritisierte auch Manfred Böhm, Leiter des Arbeitnehmerpastoral im Erzbistum Bamberg. Er mahnte die Einführung der bereits beschlossenen europäischen Finanztransaktionssteuer an. Die "Ärmsten der Armen" dürften nicht aus den Augen verloren werden, sagte der katholische Stadtdekan Hubertus Förster. Er rief zur Solidarität mit den Asylbewerbern auf, die in Europa landen. "Es sieht immer noch so aus, als wolle sich Europa ihrer entledigen", kritisierte der katholische Theologe. (01/2284/18.07.2013)

 

 

 

 

  • Nürnberger Appell für Solidarität mit den Armen in Europa (Hörfunkbeitrag der Evang. Funk-Agentur v. 18.7.2013, 3.42 Min.)

Anmoderation 

"Jetzt mal ehrlich – schlafen Sie schlecht, bloß weil es an den Rändern der EU bröckelt? Weil Griechenland, Italien, Spanien und Portugal drohen aus der Gemeinschaft zu fallen? Vermutlich liegt es auch daran, dass sie schon länger nicht mehr da waren und nicht wissen, wie schmerzhaft sich Europa verändert. Elke Zimmermann bringt sie auf den Stadt der Dinge, wie ihn Kirchen und Gewerkschaften sehen."

(c) Evang. Funk-Agentur München 
Christoph Lefherz

30.10.2009

Nürnberger Erklärung

Foto: Norbert Feulner

Vorstellung der "Nürnberger Erklärung"

am 29. Oktober 2009

V.l.n.r.: Hubertus Förster (Kath. Stadtdekan), Michael Bammessel (Evang. Stadtdekan), Stephan Doll (DGB Mittelfranken), Dr. Manfred Böhm (Kath. Betriebsseelsorge), Dr. Johannes Rehm (kda)

 


Gemeinsamer Mahnruf für Gerechtigkeit

Mit einer „Nürnberger Erklärung“ zur Wirtschafts-und Finanzmarktkrise melden sich die beiden Nürnberger Kirchen, der kda, die Katholische Betriebssseelsorge und der DGB Region Mittelfranken zu Wort. Bei der öffentlichen Vorstellung im Oktober fordern die Verfasser einen Prozess des Umdenkens für eine nachhaltige Wirtschaftsordnung durch einen aktiven Politikwechsel. Die Region „in der Krise darf sich nicht nur als ‚Wirtschaftsraum‘ sehen, sondern muss sich zwingend auch als ‚Solidarraum‘ verstehen“, heißt es in der Erklärung.

 

Hintergrund für das entschlossene Engagement für strukturpolitische Maßnahmen ist die Schließung der Quelle mit 4.000 entlassenen Mitarbeitern.

 

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